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1. Juni 2026Interview nach dem IRONMAN 70.3 Kraichgau



Frage: Herzlichen Glückwunsch Chris! Wie lief dein Rennen?
Antwort: Ich bin absolut zufrieden. Am Ende standen 5:21:54 Stunden auf der Uhr – persönliche Bestzeit auf der Mitteldistanz und fast neun Minuten schneller als bei meinem ersten Ironman 70.3 in Duisburg. Und das ausgerechnet im Kraichgau, dem „Land der 1000 Hügel“. Nach dem Rennen würde ich sagen: Die haben wirklich jeden einzelnen Hügel gefunden.
Frage: Was sahst du im Vorfeld als Herausforderung?
Antwort: Die größte Baustelle im Vorfeld war mal wieder das Schwimmen. Nachdem ich monatelang versucht hatte, mich mit dem Kraulschwimmen anzufreunden, habe ich vier Wochen vor dem Rennen beschlossen, die Beziehung zu beenden und wieder komplett Brust zu schwimmen Das hat für einige Nervosität gesorgt. Am Morgen des Rennens habe ich mich schon gefragt, ob das wirklich die beste Idee war.
Frage: Richtige Entscheidung?
Antwort: Zum Glück ja. Nach 45 Minuten war ich aus dem Wasser und sogar etwas schneller als bei meinem ersten 70.3. Da ist mir erstmal ein großer Stein vom Herzen gefallen.
Frage: Dann die Radstrecke, deine Lieblingsdisziplin?
Antwort: Genau, da habe ich mich auch deutlich wohler gefühlt. Die Strecke war mit ihren vielen Anstiegen wirklich anspruchsvoll, aber dafür hatte ich in den Wochen zuvor viele Höhenmeter im Odenwald trainiert. Trotz der hohen Temperaturen lief es richtig gut. Nach dem Schwimmen lag ich noch auf Platz 2027, nach dem Radfahren plötzlich auf Platz 652.
Über 1300 Plätze gutgemacht – das war ungefähr der Moment, in dem mir wieder eingefallen ist, warum ich diesen Sport so gerne mache..
Frage: Hattest du einen Plan für den Halbmarathon?
Antwort: Für den Halbmarathon hatte ich mir vorgenommen, aus meinen Fehlern in Duisburg zu lernen. Also nicht losrennen, als gäbe es eine Medaille für die schnellsten ersten zwei Kilometer. Stattdessen bin ich kontrolliert gestartet und habe das Tempo Stück für Stück erhöht. Überraschenderweise funktioniert Laufen deutlich besser, wenn man sich am Anfang nicht komplett zerlegt.
IRONMAN 70.3 Kraichgau (1,9 km Schwimmen / 90 km Rad / 21,1 km Laufen)
Ergebnis:
Gesamtzeit: 5:21:54 Std.
Schwimmen: 45:13 Min.
Radfahren: 2:43:26 Std.
Laufen: 1:43:23 Std.
Platzierungen:
Gesamt: 817 von 2240 Startern
AK M30: 113 von 258

Frage: Wie war dein Gefühl kurz vor deinem Ziel?
Antwort: Das war cool. Kurz vor dem Ziel zog plötzlich ein Gewitter auf. Nach Stunden in der Hitze fühlte sich der Regen an wie eine VIP-Wellness-Behandlung des Veranstalters. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel wurde mir dann bewusst, dass ich es wieder geschafft hatte. In diesem Moment waren die Anstrengungen, die Zweifel und die vielen Trainingsstunden plötzlich vergessen. Das war ohne Frage der emotionalste Augenblick des gesamten Tages.
Frage: Was nimmst du aus diesem Rennen mit?
Antwort: Vor allem viel Stolz und Dankbarkeit. Eine persönliche Bestzeit auf einer deutlich schwereren Strecke hätte ich vorher sofort unterschrieben. Mein Fazit dazu: " Man muss nicht alles perfekt können, um große Ziele zu erreichen. Manchmal reicht es, dranzubleiben, an sich zu glauben und einfach weiterzumachen".
Danke und Herzlichen Grückwunsch!




