
2. Sporttag in Miltenberg – wir waren dabei!
5. Juli 2026
Andrej Adam im Gespräch
7. Juli 2026Andrej Adam völlig angefixt
Der Weg nach Roth
Als ich vor gut zweieinhalb Jahren zum Schnuppertraining der Triathlongruppe des TV Miltenberg kam, schien eine Langdistanz für mich völlig unerreichbar. Mein Ziel war damals deutlich bescheidener: Ich wollte den Sprinttriathlon in Niedernberg mit 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen absolvieren. Das Problem war nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig schwimmen konnte.
Nach meinem ersten Sprinttriathlon war ich endgültig vom Triathlonfieber gepackt. Es folgten zweieinhalb Jahre konsequentes Training, geprägt von Disziplin und vor allem viel Freude am Sport. Dem Sprint folgten olympische Distanzen und schließlich im Sommer 2025 meine erste Mitteldistanz.
Startplatz ergattert
Im Juli 2025 hatte ich dann Glück bei der Startplatzvergabe für die Challenge Roth. Während rund 33.000 Interessierte leer ausgingen, erhielt ich einen der begehrten Startplätze. Damit stand fest: 2026 sollte meine erste Langdistanz werden.
Die Monate bis zum Wettkampf nutzte ich, um mich intensiv mit Training, Ernährung und Rennstrategie auseinanderzusetzen. Auf dieser Grundlage entstand mein eigener Trainingsplan. Ab dem 1. Dezember standen sieben Monate lang zwischen elf und fünfzehn Trainingsstunden pro Woche auf dem Programm.
3,8 Kilometer Schwimmen
Am 5. Juli 2026 war es schließlich so weit. Um 7:55 Uhr stand ich im Main-Donau-Kanal – mit dem guten Gefühl, bestmöglich vorbereitet zu sein.
Auf das Schwimmen ohne Neoprenanzug hatte ich mich bereits eingestellt. Nach dem Start konzentrierte ich mich ausschließlich auf meinen Rhythmus. Armzug für Armzug arbeitete ich mich durch die 3,8 Kilometer lange Strecke und stieg nach 1:31 Stunden aus dem Wasser. Für jemanden, der zwei Jahre zuvor keine 500 Meter am Stück schwimmen konnte, war das eine Zeit, mit der ich mehr als zufrieden war.
180 Kilometer Radfahren
Auch der erste Wechsel verlief reibungslos und schon ging es auf die 180 Kilometer lange Radstrecke.
Für das Radfahren hatte ich mir einen klaren Plan zurechtgelegt. Obwohl ich im Training deutlich höhere Leistungen gefahren war, wollte ich das Rennen bewusst konservativ gestalten, um genügend Reserven für den Marathon zu behalten. Gerade auf den ersten Kilometern wurde ich von vielen Athletinnen und Athleten überholt. Trotzdem blieb ich konsequent bei meiner Strategie. Rückblickend war genau diese Geduld einer der entscheidenden Faktoren für den erfolgreichen Rennverlauf.
Die Stimmung entlang der Strecke war überwältigend. Besonders der legendäre Solarer Berg sorgte mit tausenden begeisterten Zuschauern für einen Gänsehautmoment, den ich sicher nie vergessen werde.

Der Marathon
Nach rund sechs Stunden auf dem Rad begann der letzte Abschnitt: der Marathon.
Die ersten zehn Kilometer liefen nahezu perfekt. Ich fühlte mich frisch und konnte viele Läufer überholen. Dann setzte jedoch ein kräftiger Regenschauer ein. Innerhalb weniger Minuten waren meine Schuhe komplett durchnässt und das Laufen wurde deutlich anstrengender.
Also entschied ich mich bewusst gegen Risiko. Statt auf eine noch schnellere Endzeit zu spekulieren, reduzierte ich mein Tempo leicht und konzentrierte mich darauf, das Rennen kontrolliert zu Ende zu bringen. Diese Entscheidung zahlte sich aus.
Nach 11:51:16 Stunden überquerte ich glücklich, erschöpft und stolz die Ziellinie der Challenge Roth.




