
Heiß, heißer – dennoch Beachvolleyball!
9. August 2026

Martin Lepold vom TVM im Aufstieg
Auch wenn es im Finale nicht wirklich gut lief - am Ende einer langen Saison stand für Marvin Lebold vom TV Miltenberg der Aufstieg in die Bundesliga im Bouldern. Der abschließende Final-Wettkampf in Darmstadt kostete den 24-Jährigen zwar noch ein paar Plätze, doch in seiner vierten Saison in der 2. Liga hat sich der Miltenberger mit Rang 13 und 324,85 Punkten im Gesamtklassement einen Platz in der höchsten Leistungsklasse erkämpft. Lebolds Heimathalle ist das DAV Kletterzentrum in Buchen, er trainiert aber auch regelmäßig am Naturfels.
Aufstieg in die Bundesliga
Um dem großen Interesse an der Boom-Sportart Bouldern gerecht zu werden, haben sich die Organisatoren der drei bundesweiten Ligen ein besonderes Format ausgedacht, das ungemein große Starterfelder erlaubt. So musste sich Lebold in diesem Jahr gegen über 900 Mitbewerber durchsetzen, die in diversen Kletterhallen in ganz Deutschland an 13 Spieltagen um einen der 150 Finalplätze kämpften.
In der Finalrunde wurden dann eine Qualifikation und ein sogenanntes Top-Finale geklettert. In die Gesamtwertung und Endplatzierung flossen die während der gesamten Saison gesammelten Punkte ein, doch mit ihrer Neunfach-Wertung fallen die Final-Boulder besonders schwer ins Gewicht.
Starker Start in die Saison
Lebold war stark in die Zweitliga-Saison 2025/2026 gestartet. Nach den ersten vier Hallen hatte er sich unter den Top Ten platziert, leistete sich durch das Auslassen der Boulderhalle Hannover einen Rückfall auf Rang 56, konnte sich dann aber wieder hocharbeiten und lag nach dem zehnten Spieltag zwischenzeitlich sogar auf Platz vier.
Am Ende war Lebold noch ein zweites Mal nicht angetreten, hatte damit die zulässigen zwei Streichwertungen verbraucht und musste einen weniger erfolgreichen Spieltag in die Wertung einfließen lassen.
Finale in Darmstadt
Im Finale in Darmstadt lief es dann mit Platz 17 nach den zehn kniffligen Kletteraufgaben ebenfalls nicht ganz rund. So stand in der Endabrechnung Platz 13.
Respekt vor der Bundesliga
Der neuen Bundesliga-Saison, die bereits begonnen hat, blickt der Miltenberger mit gehörigem Respekt entgegen. »Die Boulder sind nochmal eine ganze Ecke schwerer«, weiß Lebold. Ging es in der Zweiten Liga bis zum Schwierigkeitsgrad 7A, klettern die Spitzenathleten bis zu 8A.
Auf die Frage nach Ambitionen und Aussichten äußert sich der 24-Jährige deshalb vorsichtig - nicht nur weil die Konkurrenten in der Beletage »bärenstark« seien, sondern auch, weil er nicht weiß, ob er sein derzeitiges Trainingspensum noch steigern kann. Auch die vielen Wochenendfahrten durch das ganz Bundesgebiet zu den Bundesliga-Spieltagen seien kostspielig und zeitintensiv.
Bouldern kurz erklärt:
- Klettern an niedrigen Wänden, ohne Seil und Gurt
- Die Wände sind meist bis etwa 4,5 Meter hoch
- Weiche Matten schützen bei Stürzen
- Ziel ist es, eine vorgegebene Kletterroute (Boulder) vom Start bis zum Ziel zu bewältigen
- Die Routen bestehen aus unterschiedlich geformten Griffen und Tritten, die in einer bestimmten Reihenfolge genutzt werden müssen
- Gefragt sind vor allem Kraft, Technik, Beweglichkeit, Balance und Koordination
- Auch Konzentration und taktisches Denken spielen eine wichtige Rolle
- Jeder Boulder ist ein eigenes Bewegungsrätsel, das es zu lösen gilt
Stichpunkte
- Kraft – vor allem Finger-, Arm-, Schulter- und Rumpfkraft
- Körpertechnik – präzise Tritte und effiziente Bewegungen
- Balance – Körperschwerpunkt richtig einsetzen
- Beweglichkeit – große Bewegungsradien und gute Körperkontrolle
- Explosivität – schnelle, kraftvolle Züge
- Taktik – Boulder lesen und die richtige Bewegungsfolge finden
- Kopf – Konzentration, Mut und Durchhaltevermögen
- Lösungsorientierung – ausprobieren, Fehler analysieren und Bewegungen anpassen
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Fürs Bouldern lässt sich Griffkraft gezielt trainieren, zum Beispiel mit:
- Fingerboard/Hangboard: kurze Hängezeiten an verschiedenen Griffen
- Dead Hangs: einfach an einer Klimmzugstange hängen
- Klimmzüge: trainieren Griffkraft und Zugkraft gleichzeitig
- Farmer’s Walk: schwere Gewichte tragen und dabei fest zugreifen
- Klettertraining: möglichst viele unterschiedliche Griffe und Wandneigungen nutzen
- Finger- und Unterarmübungen: z. B. mit einem Handtrainer oder Gummiband
Wichtig: Finger langsam an die Belastung gewöhnen und zwischen intensiven Einheiten ausreichend Pause machen – gerade beim Fingerboard besteht sonst Verletzungsgefahr.




