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Qi Gong – neues Kursangebot
8. Mai 2026Hallo zusammen,
da ist das Ding!
Erlebnisbericht: Rainer Hess
Nach 775 Kilometern nonstop und 11.400 Höhenmetern durch die Abruzzen ist das Ziel erreicht. Ein Ritt irgendwo zwischen totaler Erschöpfung und der leisen Erkenntnis, dass sich dieser ganze Wahnsinn am Ende tatsächlich auszahlt.
Der Start war noch fast unspektakulär:
ordentliches Frühstück im Hotel, eigentlich der Wunsch nach Ruhe, während um mich herum – besonders bei Viktor – eher kreative Unordnung herrschte. Direkt vom Hotel ging es zum Start, Tina war schon früher unterwegs, ich selbst bin bewusst später los und habe von Anfang an mein eigenes Tempo gefahren. Am Berg konstant um die 200 Watt, kontrolliert, fast schon entspannt.

Das Wetter war nahezu perfekt
– nicht zu heiß, aber mit ordentlich Gegenwind. Natürlich auch am nächsten Tag wieder von vorne. Trotzdem blieb ich meiner Linie treu: vom ersten bis zum letzten Anstieg konstant gefahren. Nachts lief es sogar richtig gut, viele Fahrer eingesammelt, auch wenn die Bedingungen mit Temperaturen um den Gefrierpunkt alles andere als angenehm waren. Wölfe gab es angeblich auch – gesehen habe ich zum Glück keinen. Nur ein schwarzer Hund kam mir entgegen, der war immerhin harmlos.
Entscheidend war, effizient zu bleiben:
wenig Pausen, schnelles Handeln. Einmal rechtzeitig vor einer Abfahrt abgestiegen, um mich umzuziehen – das hat sich ausgezahlt. Denn ausgekühlt bin ich trotzdem zwischenzeitlich. Später führte die Strecke traumhaft schön am Meer entlang, fast schon ein Kontrastprogramm zu den harten Bergen.
Die zweite Hälfte wurde dann wieder rauer:
lange Passagen, Gegenwind, Müdigkeit. Die letzten drei Anstiege in den Abruzzen liefen noch einmal solide, aber der finale Berg hatte es in sich – eiskalt, kurze Hose, komplett ausgefroren. Zittern, wackelnder Lenker, der Körper am Limit. Die Energie war zwischenzeitlich weg, der Kopf müde. Drei kurze Powernaps an einer Bushaltestelle mussten reichen, um überhaupt weiterfahren zu können.
Und dann trotzdem: weiter.
Irgendwann zwischen sechs und sieben Uhr morgens ins Ziel gerollt. Fertig, aber noch erstaunlich stabil. Tina war da, Viktor noch unterwegs – hoffentlich zieht er es durch und holt sich ebenfalls seine Medaille.
Am Ende bleibt genau das hängen: Diese langen Stunden, in denen es nicht mehr um Beine oder Watt geht, sondern nur noch darum, weiterzumachen. Und vielleicht auch der Gedanke, was wohl die römischen Kaiser zu diesen Straßen gesagt hätten…
Ich bin auf jeden Fall weitergefahren. Und habe es geschafft.

Bedingungen unterwegs - die waren nicht ohne.
- Wetter: Insgesamt nahezu ideale Bedingungen mit angenehmen Temperaturen, allerdings konstantem, teils böigem Gegenwind. Nachts fiel die Temperatur auf etwa 0 °C oder darunter, was vor allem auf langen Abfahrten zu starker Auskühlung führte.
- Verkehr: Anspruchsvoll bis kritisch. Enge Straßen, wenig Rücksicht und teils unübersichtliche Situationen machten die Fahrt stellenweise zu einer echten Herausforderung und erforderten höchste Konzentration.
- Natur & Umgebung: Abgelegene Streckenabschnitte, besonders nachts. In der Region gibt es Wölfe – gesehen habe ich keine, aber die Vorstellung fährt definitiv mit. Eine Begegnung mit einem schwarzen Hund auf der Straße blieb das einzige „tierische Highlight“.
Tina Büttner auf Platz 1 bei den Frauen, Platz 6 im Gesamtklassement
Erlebnisbericht Bettina Büttner
Race Across Italy – 775 km | 10.500 hm
Am 1. Mai fiel der Startschuss in die neue Saison. Um 09:09 Uhr ging es los – vom Meer hinein in die Abruzzen, durch den Nationalpark Gran Sasso Nationalpark, weiter Richtung Tyrrhenisches Meer bis nach Formia, entlang der Küste und schließlich wieder zurück über die Berge zur Adria.
Es würde kein leichtes Rennen werden
Die Motivation war da – doch schon nach wenigen Kilometern wurde klar: Es würde kein leichtes Rennen werden. Der Körper arbeitete nicht so, wie er sollte, und statt in einen Flow zu kommen, war es von Beginn an ein Kampf. Was hingegen funktionierte, war die Verpflegung: Das Team lieferte perfekt ab und sorgte dafür, dass die Energiezufuhr exakt zur Belastung passte.
Doch die äußeren Bedingungen machten es nicht einfacher.
Ein kalter, kräftiger Nordwind begleitete das Rennen über weite Strecken – fast 700 Kilometer lang. Die ohnehin anspruchsvolle Strecke wurde dadurch zu einer echten Herausforderung. Die Landschaft beeindruckend, aber oft nur am Rande wahrnehmbar – zu sehr war der Fokus auf das Durchhalten gerichtet.

Im Ultracycling entscheidet der Kopf -
und genau hier lag die größte Herausforderung. Das Rennen wurde zu einer echten Grenzerfahrung: Schmerzen, Zweifel und Momente, in denen das Aufgeben greifbar nah war. Kein schönes Rennen, aber eines, das alles abverlangt hat.
FAKTEN
Tina Büttner zeigte auf dieser brutalen Strecke eine beeindruckende Leistung: Sie absolvierte die 775 Kilometer in 33:13:55 Stunden und belegte damit Platz 1 bei den Damen und Platz 6. Platz im Gesamtklassement.
Trotz allem wurde durchgezogen.
Mit mehr Pausen als geplant, aber insgesamt hohem Tempo, ging es Kilometer für Kilometer voran. Am Ende stand das Ziel – und mit ihm ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: 1. Platz bei den Damen und ein starker 6. Platz im Gesamtfeld der Männer.
Ganz zufrieden?
Vielleicht nicht ganz. Aber genau das gehört dazu. Aufstehen, Krone richten und weitermachen – denn nach dem Rennen ist vor dem Rennen.
Ein besonderer Dank
gilt dem Team – ohne diese Unterstützung wäre ein Finish kaum möglich gewesen.
Auch Bettina Büttner zeigte auf dieser brutalen Strecke eine beeindruckende Leistung: Sie absolvierte die 775 Kilometer in 33:13:55 Stunden und belegte damit einen starken 9. Platz im Gesamtklassement.









