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Ein Rennen ohne ein Pacecar mit meiner Crew: Simona, Thomas und Timo - wäre unmöglich.

Tina schafft Unvorstellbares - Platz 3 in der Gesamtwertung (Männerwelt :-)
Ultracycling Dolomitica – 720 km | 19.500 Höhenmeter
Erlebnisbericht von Radsportlerin Tina Büttner:
Vor gut einer Woche bin ich erstmals beim Ultracycling Dolomitica in Vittorio Veneto an den Start gegangen. Mit riesigem Respekt, aber auch großer Vorfreude. 720 Kilometer, 22 Pässe, 19.500 Höhenmeter – möglichst nonstop. Wahnsinn! Und das gerade einmal zwei Wochen nach dem Race Around Austria.
Der Start
erfolgte am Freitagvormittag, kurz nach neun Uhr. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte das Thermometer über 25 °C. Hinter mir mein Pacecar mit meiner Crew: Simona, Thomas und Timo.
Ich fand schnell meinen Rhythmus, fühlte mich gut und wurde vom Team hervorragend versorgt. Essen und Trinken sind bei solchen Rennen das A und O, um den "Diesel" am Laufen zu halten.
Schon bald wurde die Hitze zur größten Herausforderung.
Temperaturen von über 40 °C verlangten allen alles ab. Mein Team kühlte mich mit Eiswürfeln, reichte mir kalte Getränke und achtete darauf, die Balance zu halten – denn zu viel Kälte schlägt irgendwann auf den Magen. Es gab Momente, in denen ich das Gefühl hatte, innerlich zu verbrennen. Das waren die Augenblicke, in denen das Ganze alles andere als lustig war und ich vollkommen auf die Unterstützung meiner Freunde im Pacecar angewiesen war.
Sie bauten mich immer wieder auf – auch als Gewitter aufzogen und der Regen einsetzte. Egal, Tritt für Tritt ging es weiter. Pass für Pass.
Irgendwann fuhren wir durch die Nacht.
Mit dem Wetterumschwung sanken die Temperaturen auf den Passhöhen auf gerade einmal 8 °C. Also hieß es ständig: anziehen, ausziehen, anziehen, ausziehen. Dazu kam nachts noch ein Laufradwechsel mitten in einer nassen Abfahrt wegen eines Speichenrisses.
Trotz allem kamen wir gut durch die Nacht. Die Müdigkeit hielt sich in Grenzen und schon bald wurde es wieder heiß. Erneut kämpften wir gegen die Hitze. Doch die grandiose Landschaft der Dolomiten entschädigte für vieles. Kaum in Worte zu fassen, was wir dort erleben durften.
Am Nachmittag zogen erneut Gewitter und Regen auf.
Das Ziel rückte jedoch immer näher. Ich hatte längst aufgehört, die Pässe zu zählen. Irgendwann hörte ich Simona im Livestream sagen, dass wir gerade den 19. Pass erreicht hatten. In diesem Moment kamen mir vor Freude die Tränen. Ich wusste: Dieses Brett würden wir schaffen.
Am 22. und letzten Pass entstand noch ein gemeinsames Foto. Geschafft! Jetzt ging es nur noch hinunter nach Vittorio Veneto.
Nach 38 Stunden und 5 Minuten überquerte ich als erste Frau und Dritte der Gesamtwertung die Ziellinie.
Ich war unglaublich stolz – auf mich, aber vor allem auch auf mein Team. Die drei haben erneut herausragende Arbeit geleistet.
Jetzt heißt es regenerieren. Denn in drei Wochen stehe ich bereits wieder am Start – dann mit meinem kompletten Team bei der Weltmeisterschaft des Race Around Austria Extreme.




