Do27Sep2018

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Ehrenfried Brauer ist Ehrenmitglied und einziger Ehrenvorstand des Vereines. Horst Rosenberger gratulierte ihm im Namen des Vereins zu seinem 95.Geburtstag und würdigte seine Verdienste im TVM.

Eine "alltäglicher Sportler" noch mit 95 noch zum wöchentlichen Lauftraining unterwegs. Eine lesenswerter Lebenslauf über einen sehr engagierten "TVM-Mann".

Fast ein Leben lang ist Ehrenfried (Fred) Brauer auf der Straße als Läufer unterwegs. Der unerschütterlicher Ausdauersportler konnte nun seinen 95.Geburtstag feiern. Der Laufsport begleitet ihn aber noch immer.

Brauer wurde am 15.9.2023 in Berlin geboren. Kriegsverwundet kam er im September 1943 nach Miltenberg, wo er von seiner zukünftigen Frau, die im Bund deutscher Mädels den Krankenpflegedienst verrichten musste, gepflegt. Er hat sie lieben gelernt und bald darauf geheiratet und wurde 1966 Vater eines Sohnes.

Doch wie begann die Läuferkarriere: "Ursprünglich hatte ich gar keine Ambition zu laufen. 70 Stunden Arbeit genügte vollauf." Den Ausschlag gab eine Wanderung mit seinem damals 13-jährigen Sohn Joachim von Miltenberg nach Lohr. Völlig ausgepumpt sei er angekommen und dachte, so könne das nicht weitergehen.

Am 1.12.1973 trat er dem Turnverein Miltenberg bei und begann mit dem Lauftraining. Er wollte fit werden. Positiver Nebeneffekt sei für ihn die Gewichtsreduzierung und der Stressabbau gewesen. Der erste Volkslauf fand für Brauer 1968 in Bürgstadt über eine Strecke von 11 Kilometern statt.

1974 wurde im TVM der Lauftreff von Seppl Weirich gegründet, einige Jahre später durch Brauer betreut. "Anfangs waren wir oft bis zu drei Stunden unterwegs, unterhielten uns über Politik, Hobbys und Beruf. Ich hab dadurch viel dazugelernt und viele Freunde gefunden".

1975 startete Brauer bei seinem ersten Marathonlauf in Mannheim. Natürlich habe er sich als 20 Kilometerläufer mit den 42 Kilometer gründlich verschätzt. Viel zu schnell angefangen, zu wenig getrunken, nach der Erkenntnis gleich zu viel getrunken. "Mit unheimlich viel Energieaufwand bin ich weiter gelaufen. Bei der letzten Runde fragte mich meine Frau, warum läufst du denn so langsam?" Er torkelte über die Ziellinie, beendete seinen Lauf mit 4:48 Stunden und konnte noch einige Stunden danach nichts essen. Er sei als Läufer immer im Mittelfeld gelaufen, nicht bei den Besten, aber auch nicht bei den Schlechtesten. Aber es habe immer Spaß gemacht, so der 95-jährige in seinem Fazit.

1977 ging es über den großen Teich. Der Lauf in New York. Es sei ein irrsinniges Erlebnis gewesen. Damals zählte man 5000 Teilnehmer und etwa 800000 Zuschauer auf der Strecke. Nach 3:47 Stunden erreichte Brauer überglücklich das Ziel im Central Park. 1978 folgte der Marathon in Athen, Frankfurt. Weitere Marathonläufe standen dann regelmäßig auf dem Programm.

DieTeilnahmen an Volksläufen gehörten zu den jährlichen Aktivitäten. 1981 organisierte Brauer selbst den Volkslauf in Miltenberg mit einer Strecke von 11,4 Kilometer. Damals hatten sich 170 Teilnehmer angemeldet. 1985 waren es gar 239 Teilnehmer, ein toller Erfolg für Brauer und den TVM.

Ab 1978, als 55-jähriger wurde Fred Brauer unterfränkischer Meister. Von da an lief er doch immer im vorderen Feld mit. 1982 griff Brauer die Idee von Dieter Roth auf und veranstaltete den Stafettenlauf nach Arnouville mit 611 Kilometern. Die letzte Etappe lief Brauer selbst mit und die Gruppe wurde von den Franzosen bei den letzten 10 Kilometern unterstützt.

Zur 750 Jahr-Feier der Stadt Miltenberg 1987 organisierte Brauer den Stafettenlauf von Mainz nach Miltenberg, den er auch selbst mitgelaufen war. Im neunstündigem Lauf wurde die 110 Kilometer lange Strecke zurückgelegt. Der Panoramalauf in Miltenberg fand sieben mal statt, bei dem sich bis zu 200 Teilnehmer anmeldeten.

Sein Lauffreund Dieter Roth überredete ihn 1989 beim 16. Marathon in Davos mitzumachen. 67 Kilometer als 66-jähriger erschien Brauer nun doch zu anstrengend, so stieg er bei Kilometer 27 ein und lief 40 Kilometer über den Berg nach Davos. "Ein tolles, aber sehr anstrengendes Erlebnis", meinte er im Nachgang.

 

 

1997 startet Fred Brauer als ältester von 20 Teilnehmer mit 73 Jahren beim 130 Kilometer Stafettenlauf am Main entlang. Laufen bei jedem Wetter, der Start war in Würzburg bei Sturm und Regen, Spass habe es dennoch gemacht.

100 Kilometer von Biel

Das wohl anstrengendste Erlebnis eines Läufers ist der 100 Kilometerlauf von Biel. Der Lauf startet abends um 22 Uhr und führt durch Bauerndörfer mit nächtlicher Volksfeststimmung. Jeder stößt hier an seine Grenze, irgendwann fragst du dich: "Warum tust du dies freiwillig?, doch dann zählt nur noch durchhalten", meint Brauer im Rückblick. Fünf mal war er dabei. 1985 lief Fred, das vorletzte Mal als 62-jähriger auf der Strecke und brauchte 12:23 Stunden.

Im Jahr 2003 wollte er es noch einmal wissen und startete als 80-jähriger mit viel Überredungskunst bei seiner Frau und Unterstützung seines Sohnes, der seinen Vater auf dem Fahrrad immer von Station zu Station mit zusätzlicher Verpflegung versorgte. Er habe es geschafft. "Nach 17,45 Stunden war ich ohne große nennenswerte Erschöpfung im Ziel angelangt.

Beim TVM engagierte er sich zunächst als Kassier im Gremium, sparte und arbeitete jahrelang auf den Bau eines Vereinsheimes hin. Als Nachfolger von Dieter Meesmann hat er den Bau des Vereinsheims in der Churfrankenhalle maßgeblich vorangetrieben. Ein Stück Lebenswerk für seinen Verein, das 2001 zur Wirklichkeit wurde. Bis 2018 war er noch für Vermietungen des Vereinsheimes verantwortlich, musste die Aufgabe jedoch aufgeben, da er nun seine Frau pflegt.

Bild oben vom 26.9.2018 beim wöchentlichen Lauftraining von Miltenberg nach Eichenbühl und zurück.

Wir wünschen ihm noch recht viele sportliche Jahre.

Das Vorstandsgremium

   

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