
Fans im Rücken: Aufstieg geschafft
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22. April 2026Der Miltenberger Radsportler Jan Rösel hat sich im belgischen Turnhout für die Gravel-Weltmeisterschaft im Oktober in Australien qualifiziert. Klingt nach einem netten Wochenendausflug – war es aber nicht.

LANGE IST´S HER
Nach Jahren als junger Leistungssportler konzentrierte er sich auf seine Arbeit als Physiotherapeut und auf die Familie. Nun startet er neu.
Beim Rennen der UCI Gravel World Series warteten 144 Kilometer auf Feldwegen, Schotterpisten, Matsch und nur wenig Asphalt. Rösel brachte es nach dem Rennen auf den Punkt:
„Es war das Härteste, das ich in meiner Sportlerlaufbahn erlebt habe.Doch es war alles wieder da! Die alten Reflexe. Das Vermögen des Körpers, Trainingsreize in gesteigerte Leistung umzumünzen. Am Ende die Gewissheit, in einer Elite mitzuhalten“, meint Jan.
Der 49-Jährige, früher Mountainbike-Fahrer im Bundesligateam Haibike, hat sich in den vergangenen Jahren wieder in Topform gebracht.
15.000 TRAININGSKILOMETER
15.000 allein im Jahr 2025 – da wirken die Wege anderer eher wie ein kurzer Ausflug um den Block, während er längst auf ganz anderen Distanzen unterwegs ist.
ES GEHT NUR VOLLGAS
In Belgien hieß die Devise: von Beginn an Vollgas. Rösel trat in der ersten Runde durchschnittlich 320 Watt – Werte, bei denen Toaster neidisch werden. Zwischen Belgiern und Niederländern mit „Oberschenkeln wie Gewichtheber“ wurde um jede Position gekämpft.

Eckdaten zu Jan Rösel
Geboren im Jahr: 1976
Aufgewachsen in: Reichelsheim/Gersprenztal
Verheiratet , 2 Kinder
Arbeitet als selbsständiger Physiotherapeut in Miltenberg.
RADKARRIERE:
Mountainbiker im Team Hai Bike
Bisherige größten Erfolge:
World Games,
1. Platz
2. Platz
3. Platz
MEINE MOTIVATION:
Den andern geht´s nicht besser, aber ich bin stärker.
NUR DIE BESTEEN 25 LÖSEN EIN TICKET
Als sich erste Krämpfe meldeten, nahm Rösel etwas Tempo raus und suchte Schutz in einer Gruppe. Der starke Beginn zahlte sich jedoch aus: Platz 20 reichte völlig aus, denn die besten 25 Fahrer lösten das Ticket für die WM.
IM ZIEL ERST MAL OHNE ORIENTIERUNG
Nach dem Zieleinlauf musste Rösel erst einmal sortieren, wie er überhaupt ins Ziel gekommen war. Er lachte, weinte und war komplett ausgepumpt – ungefähr so, wie ein Handy mit einem Prozent Akku kurz vor dem Blackout.

NUN ZUR DM, EM UND HOFFENTLICH AUSTRALIEN
Nun peilt der Miltenberger die nächsten Aufgaben an: Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft und dann Australien. Dort würde er gerne im Nationaltrikot starten – mit Adler auf der Brust statt belgischem Staub im Gesicht.

MEIN STARKER HALT
Meine Frau und meine 2 Kinder.


DIE STRECKE:
144 Kilometer auf Feldwegen, Schotterpisten, Matsch und nur wenig Asphalt.




